Folge 7 – Deutsch    

 

 

[In der letzten Folge bei Hand aufs Herz] 

 

 

[Vogelhaus, Essbereich]

 

Bea: Ich hab der Krawcyk heut alles gebeichtet.

Miriam: Und? 

Bea: Sie war betrunken.

Miriam: Das ist jetzt’n Witz.

Bea: Das ist kein Witz. Sie hat mir’n Deal angeboten. Wenn ich den Mund halte, dann tut sie’s auch. 

Miriam: Das ist ja Erpressung. 

Bea: Das ist die Information, die Götting braucht um sie loszuwerden. 

 

 

[Wohnung der Beschenkos, Essbereich]

 

Karin: Findest du’s gerecht, dass nur wir zur Kasse gebeten werden?

Luzi: Nein, aber alles besser, als wenn ich als Verräterin dastehe. 

 

 

[Pestalozzi, Göttings Büro]

 

Luzi: Ich bin hier um ihnen die Namen zu geben. 

Julian: Haben sie sich das gut überlegt? Verräter haben ja bekanntlich keinen so sehr guten Stand in Gruppen. 

Luzi: Das stimmt.

Julian: Die werden sie fertig machen. 

 

 

INTRO

 

 

[Pestalozzi, Göttings Büro]

 

Luzi: Die Idee kam von …

Julian: Nicht nötig. Ich habe kein Interesse daran die Details dieses unerfreulichen Abends zu erfahren. 

Luzi: Aber sie wollten doch die ganze Zeit wissen, wer an der ganzen Sache beteiligt war. 

Julian: Ich wollte nur verhindern, dass die Schulleitung auf den Kosten sitzenbleibt. Und da die Rechnung bezahlt wurde, habe ich auch kein Interesse daran, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen. 

Luzi: Die Rechnung wurde bezahlt? 

 

 

[Pestalozzi, Krawcyks Büro]

 

(Gabriele wirft sich eine von Sophies Drogenpillen aus Folge 207 ein oder Moment mal, ich meine eine kleine, harmlose Atemfrisch-Pastille, hahaha schönen Gruß an die Requisite.  … Es klopft an der Tür.) 

Gabriele: Bitte.

Bea: Stör ich? Wegen der Party im Schwimmbad, Kollege Heisig und ich, wir hatten die Idee einen Spendentopf einzurichten um den Beschenkos finanziell unter die Arme …

Gabriele: Die Sache ist vom Tisch. Das Geld wurde bereits überwiesen.

Bea: Oh. Darf ich fragen von wem?

Gabriele: Fragen sie am besten Herrn Götting, ich kann mich nicht um alles kümmern. 

(Beas Blick fällt auf Gabrieles blaue Thermoskanne aka Wodkakanne.)

Gabriele: Sonst noch was?

Bea: Brauchen sie vielleicht Unterstützung?

Gabriele: Das übliche Chaos nach den Ferien. In zwei, drei Wochen läuft alles wieder in geordneten Bahnen. 

Bea: Ich rede nicht von der Arbeit. 

 

 

[Pestalozzi, Göttings Büro]

 

Julian: Wie wär’s mit „danke, Herr Götting“?

Luzi: Sie???

Julian: Ganz sicher nicht. 

Luzi: Wer bezahlt denn meine Schulden?

Julian: Wie gesagt, für mich zählt nur, dass sie bezahlt sind, der Rest interessiert mich nicht. Sie können jetzt gehen. Ich hab zu tun. 

 

 

[Pestalozzi, Krawcyks Büro]

 

Bea: Frau Krawcyk, sie wissen, dass ich sie immer sehr bewundert habe. Sie sind schuld daran, dass ich heute Lehrerin bin. Aber seit ich an der Pestalozzi zurück bin, halten sie sich aus allem raus. Sie treffen keine Entscheidungen und die Sache mit Luzi Beschenko ... sie waren betrunken mitten am Tag. 

Gabriele: Ich habe ihnen gesagt, das war eine Ausnahme.

Bea: Und ich glaube, sie haben ein Problem. Ein Alkoholproblem. 

Gabriele: Sie haben mich in einem schwachen Moment erlebt. Ich halte sie doch auch nicht für eine Nymphomanin nur weil sie einen One-Night-Stand mit einem Schüler hatten.  (Nein Bea, du bist wirklich keine Nymphomanin, du leidest nur an Ben-dingter Inkonsequenz.)

Bea: Sie haben mich an diese Schule zurückgeholt um sie zu unterstützen. Das hab ich hiermit versucht.

 

 

[Pestalozzi, Snackbereich]

 

Luzi: Ben? Also wir werden sicher keine Freunde mehr in diesem Leben, aber das war echt cool. (Oh Luzi, wenn du wüsstest.)

Ben: Was war cool? 

Luzi: Die Rechnung für die Party, ich nehme mal an, dass du sie bezahlt hast. 

Ben: Tut mir leid.

Luzi: Okay, du hast die zweieinhalbtausend Euro also nicht überwiesen und trotzdem sind meine Schulden bezahlt? 

Ben: Vielleicht …

Luzi: Was?

Ben: Mein Vater?

Luzi: Wieso sollte dein Vater meine Schulden bezahlen? Der hat doch keine Ahnung, dass du die ganze Sache verbockt hast. 

Ben: Doch das weiß er. Wir sehen uns beim Volleyball, okay? Tschüs. 

(Ben geht Bea auf den Treppen zum Eingangsbereich nach.)

Ben: Hey. Wie geht’s?

Bea: Die Beschenkos müssen nicht zahlen, das ist die Hauptsache. Danke dass sie Luzi nicht haben hängen lassen. 

Ben: Sonst alles in Ordnung? 

Bea: Ja. 

Ben: Glaub ich nicht. Was ist los? 

Bea: Ich muss zum Unterricht. 

 

 

[Pestalozzi, Krawcyks Büro]

 

(Gabrieles Wodka … ähh Thermoskanne ist leer, sie holt sich aus einem Schrank eine Flasche hochprozentigen Nachschub. Es klopft an der Tür. Gabriele versteckt die Flasche schnell hinter ihrem Schreibtischstuhl. Alexandra betritt den Raum.)

Alexandra: Sie denken an den Termin heute Nachmittag? 

Gabriele: Ähh …

Alexandra: Das Kölsche Blatt berichtet über das Sponsoring der neuen Trikots und die ... 

Gabriele: Ja, natürlich. 

Alexandra: Ich weiß ja, wie viel sie gerade mit der Schwimmbadgeschichte um die Ohren haben. 

Gabriele: Ehrlich gesagt, passt es mir im Moment wirklich nicht so gut. 

Alexandra: Herr Götting und ich könnten sie selbstverständlich vertreten.

Gabriele: Bestellen sie Herrn Bergmann meinen Dank. 

Alexandra: Ich hab vorhin Bea Vogel aus ihrem Büro kommen sehen. Sie wirkte irgendwie aufgewühlt. Ich hoffe, da gab’s keine Probleme. 

Gabriele: Mit Frau Vogel und mir läuft alles bestens. Vielleicht sollten sie lieber selbst an einem guten Verhältnis zu ihr arbeiten. (Sehr gute Idee, Gabriele! Uns würde da spontan etwas einfallen wie dieses Verhältnis aussehen könnte.)

Alexandra: Finden sie nicht, das ist ein bisschen viel verlangt? 

Gabriele: Reißen sie sich einfach zusammen. 

Alexandra: Glauben sie mir, das tue ich bereits. 

Gabriele: Dann müssen sie sich eben ein bisschen mehr anstrengen. An meiner Schule ist kein Platz für Mobbing, weder unter Kollegen noch unter Schülern.

Alexandra: Dann hören sie einfach auf uns gegeneinander auszuspielen. 

 

 

[Pestalozzi, Flur]

 

(Michael stößt aus Versehen mit Alexandra zusammen.)

Alexandra: Können sie nicht aufpassen?

Michael: Frau Lohmann, ich dachte, heute wär ein guter Tag. Neue Trikots, viel Presse, Aufmerksamkeit.

Alexandra: Das haben wir uns auch hart erarbeitet. 

Michael: Wer zweifelt denn daran? 

Alexandra: Einige. 

(Alexandras Blick wandert seitwärts auf einen Schaukasten, in dem sich unter anderem ein altes Bild eines Auftritts Beas mit den „Singing Lunettes“ befindet.)

[Rückblende]  

(Die Band performt „Push It“ in der Schulaula.) 

Herr Lohmann (steht auf, zeigt auf Bea und schreit): Mörderin! Mörderin! Mörderin!

[Ende der Rückblende]

Michael: Sie wirken heute etwas verspannt, wenn ich das sagen darf. 

Alexandra: Wissen sie was, sie dürfen das nicht sagen, weil ich keine Lust mehr hab mir irgendwelche Zurechtweisungen anzuhören. 

Michael: Also als Zurechtweisung war das gar nicht gemeint. 

Alexandra: Und in der Stimmung für Smalltalk bin ich auch nicht. 

 

 

[Pestalozzi, Snackbereich]

 

Caro: Und wie seh ich aus? Bei der Show laufen sogar Fotografen auf. 

Sophie: Ach Shit, das hab ich total vergessen. Geht das so?

Caro: Ich hab extra schwitzfestes Makeup besorgt. 

Sophie: Hey warte doch mal, wir … 

(Caro sieht Luzi an einem Imbisstisch stehen und stürmt zu ihr hin.)

Caro: Hey, ich hab was für dich. 

Luzi: Was? 

Caro: Also, den Hunderter hier, den wollt ich eigentlich in ne neue Designerhandtasche investieren, aber du hast es nötiger. 

Sophie: Ja die Tasche geht auch echt gar nicht mehr. 

Caro: Ja aber guck dir mal den Rucksack an, mit dem Luzi rumrennt. Und dann auch noch die Schulden von der Party. Jetzt nimm das Geld schon, brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Charity war schon immer mein Ding. Glaubst du eigentlich meine Mutter kann das von der Steuer absetzen? Hilfsfond für Schülerinnen unterhalb der Armutsgrenze? 

(Luzi zieht entnervt von dannen und lässt Caro und Sophie einfach stehen.)

Caro: Heißt das, ich kann mir die Tasche jetzt doch kaufen?

(Caro und Sophie grinsen sich zu, Timo hat die ganze Szene von einem anderen Stehtisch aus beobachtet und ist sichtlich angewidert.)

 

 

[Wohnung der Beschenkos, Luzis Zimmer]

 

(Luzi wirft sich auf ihr Bett, das Telefon klingelt.)

Luzi: Beschenko? Nee, ist die Tochter. Ein Kredit über 2500 Euro? Sind sie sicher? Bereits ausgezahlt? Das muss‘n Irrtum sein. Ja klar sag ich’s meiner Mutter. Tschö.  

 

 

[Villa Bergmann, Flur]

 

(Stefan steht vor einem Spiegel und bindet sich seine Krawatte, Karin kommt mit einem Sakko in der Hand hinzu.)

Stefan: Und? Geht das so?

Karin: Wenn sie mir sagen wofür. 

Stefan: Pressetermin an der Pestalozzi. Eine Übergabe von Trikots, die ich dem Beachvolleyballteam gesponsert hab. 

Karin: Dann geht das so. 

Stefan: Bei ihnen hat alles geklappt?

Karin: Ja, ich hab das Geld gleich an die Schule weitergeleitet. 

Stefan: Da wird sich ihre Tochter ja gefreut haben. 

Karin: Ja. 

 

 

[Pestalozzi, Beachvolleyballfeld]

 

Julian: Und jetzt lassen sie uns gemeinsam den Mann feiern, dem die Pestalozzischule zu tiefem Dank verpflichtet ist: Stefan Bergmann, Geschäftsführer der Harani-Bank. 

(Applaus.)

Stefan: Dankeschön. Ich weiß, ähh, die Banken stehen im Moment nicht besonders hoch im Kurs und die Bankiers erst recht nicht. Umso mehr ist es mir ein Bedürfnis zu beweisen, dass wir Finanzhaie soziales Engagement beweisen wo Not am Mann ist.  Ich mein, es geht nicht an, dass wir immer nach dem Staat rufen. Wir alle sind gefragt. Jeder da, wo er kann und für die, die es brauchen. Aber jetzt will ich sie nicht länger langweilen, wir sind ja heute hier um unsere großartiges Beachvolleyballteam mit seiner überaus entzückenden Trainerin zu feiern.

(Applaus. Die Trikots werden verteilt.)

Luzi: Ist es so ne Art Wettbewerb in eurer Familie, wer von uns ist das größere Arschloch?

Ben: Wie bitte?

Luzi: Wie konnte ich auch nur eine Sekunde daran glauben, dass du oder dein Vater einen Funken Anstand besitzen? 

Ben: Was ist denn jetzt schon wieder los?

Luzi: Charmant lächeln und vor der Kamera den Wohltäter mimen, aber hintenrum genau die Leute zur Kasse bitten, für die ihr angeblich so viel Mitgefühl habt. 

Ben: Würdest du mir bitte verraten, worum’s geht?

Luzi: Jetzt tu doch nicht so! Dein Vater hat meiner Mutter nen fetten Kredit gegeben, an dem sie die nächsten zehn Jahre bezahlen wird! Und dabei kassiert er auch noch heftig Zinsen. 

Ben: Ehrlich Luzi, ich hatte keine Ahnung, dass …

Luzi: Für so jemanden wie dich hab ich meinen Mund gehalten. Das war bescheuert. 

Stefan: (zu einem Reporter) Danke, dass sie heute hier gewesen sind. Und sagen sie den Kollegen in der Wirtschaft, sie sollen nicht so streng mit uns Banken sein.  Wir versuchen alle nur unser Bestes. 

(Stefan geht zu seinem Auto.)

Julian: Sie haben sicher Verständnis dafür, dass Herrn Bergmanns Zeit begrenzt ist. Wenn sie noch Fragen haben, ich steh ihnen selbstverständlich zur Verfügung. 

Ben: Ist das wahr? Du hast Frau Beschenko einen Kredit gegeben, damit sie den Schaden bezahlt, den ich verbockt habe? 

Stefan: Den ihr verbockt habt. Frau Beschenko war mir sehr dankbar; das solltest du auch sein. 

Ben: Wieso hast du ihr das Geld nicht einfach geschenkt? 

Stefan: Ich bin Geschäftsmann. Wir haben nichts zu verschenken. Das wirst du noch lernen. 

Ben: Alles, was ich von dir lernen könnte, ist wie man über Leichen geht. 

Stefan: Pass auf, was du sagst, Ben. 

Ben: Weißt du was? Lieber lande ich in der Gosse als so zu werden wie du. 

 

 

[Pestalozzi, Krawcyks Büro]

 

Julian: Ich kann nur hoffen, dass es wirklich wichtig ist. Da draußen wartet ein Journalist auf mich, der es kaum goutieren wird, dass die Hauptverantwortlichen dieser Veranstaltung durch Abwesenheit glänzen. 

Ben: Ich war’s. 

Gabriele: Was?

Ben: Die Party. Das war meine Idee. Ich hab die Leute überredet. Ich hab das Schloss im Schwimmbad geknackt. Und ich bin verantwortlich für den Schaden, der dabei entstanden ist. 

Julian: Und wieso kommen sie jetzt damit, nachdem alles geklärt ist? 

Ben: Frau Beschenko hat einen Kredit aufgenommen um meine Schulden zu zahlen. 

Gabriele: So lobenswert das ist, dass sie die Verantwortung übernehmen, aber das wird Konsequenzen für sie haben. 

Ben: Ich weiß. 

Julian: Ich bezweifele, dass ihnen das Ausmaß ihres Geständnisses bewusst ist. Sie sind bereits von vier Schulen verwiesen worden. Bei dieser Vorgeschichte werden wir kaum um einen Schulverweis herumkommen. Und eigentlich müssten wir so etwas sogar anzeigen. 

Ben: Das hieße, ich fliege wieder von der Schule. 

Gabriele: Das wird in einer Lehrerkonferenz entschieden werden. Aber wenn wir so einen Schritt bei einer Schülerin wie Frau Beschenko in Erwägung ziehen müssten, dann bei ihnen erst recht. Bis auf weiteres sind sie jedenfalls vom Unterricht ausgeschlossen. 

(Ben nickt und verlässt den Raum.)

Julian: Ein überraschend harsches Urteil für ihre Verhältnisse. 

Gabriele: Wir haben ein Geständnis, er hat eine umfangreiche Vorgeschichte und das ist die Konsequenz daraus. Das müsste doch ganz in ihrem Sinne sein. Wollten sie nicht wieder zu ihrem Profilierungstermin? 

 

 

[Pestalozzi, Lehrerzimmer]

 

Bea: Worum geht’s?

Michael: Ben Bergmann hat grad die volle Verantwortung für die Party im Schwimmbad übernommen. 

Bea: Was?

Michael: Ja. Und deswegen hat Frau Krawcyk für morgen Nachmittag eine Sondersitzung einberufen, in der wir alle darüber entscheiden sollen, was das für Konsequenzen für ihn hat. 

Bea: Aber da wird sich doch ne Lösung finden lassen. 

Michael: Hm naja, wenn ich das so aus dem Kopf richtig wiedergebe, dann ist er von der ersten Schule geflogen, weil er nachts betrunken ins Lehrerzimmer eingedrungen ist, die Abschlussklausuren gestohlen und verbrannt hat, von der zweiten, weil er sich strikt geweigert hat mit den Lehrern zu sprechen und von der dritten, weil …

Bea: Okay, ich hab verstanden. (Ach ja, Bea? Was meintest du nicht gleich zu Miriam in Folge 2?: „Eigentlich ist der ganz cool. Ziemlich reif für sein Alter“. *hust*)

Michael: Einen Schüler wie Bergmann nach so einem Vorfall zu halten ist ziemlich unwahrscheinlich. 

Bea: Heißt das, er muss mit nem Schulverweis rechnen?

Michael: Davon würd ich ausgehen. 

 

 

[Pestalozzi, Schulhof]

 

(Gabriele wirft einen leeren Pappbecher in einen Mülleimer und lässt dabei mehrere Unterlagen fallen.)

Gabriele: Ah verdammt.

Michael: Na da komm ich ja gerade zur rechten Zeit. 

Gabriele: Danke, das ist nicht nötig. Das geht schon. 

(Gabriele verdeckt eine Wodkaflasche in ihrer Handtasche.)

Michael: Wann hat man schon mal die Gelegenheit den Gentleman zu geben. Hat mich übrigens gewundert, dass Bergmann sich gestellt hat. Ich meine, die Sache war ja eigentlich schon erledigt. Wissen sie schon, welche Lösung sie der Konferenz morgen vorschlagen werden? Ist immerhin seine letzte Chance hier an der Schule. 

Gabriele: Ja diese Entscheidung überlasse ich dem Kollegium. Wenn sie einen Verweis für angebracht halten, dann werde ich die Entscheidung natürlich mittragen. Danke nochmal. Ich muss jetzt dringend los. Wir sehen uns morgen.

Michael: Ja, schönen Feierabend. 

 

 

[Pestalozzi, Eingangsbereich]

 

(Ben stürmt die Treppen herunter und lässt seine Tasche fallen.)

Ben: Fuck!

(Er räumt seinen Spint aus, lässt wieder Dinge fallen.)

Ben: Fuck!

(Er hebt sein Handy vom Boden auf und betrachtet ein Foto von sich und Bea.)

[Rückblende]

(Ben denkt an seine erste Begegnung mit Bea beim Tanzen im Chulos. Küsse und sturmfreie Windmaschinenszenen. / Bea steht alleine in der Schulaula und hat die gleichen Gedanken.)

[Ende der Rückblende]

 

[Pestalozzi, Aula]

 

(Bea liest einen Rundbrief:)

 

MEMO

 

Betreff: Lehrerkonferenz

An: alle Lehrkräfte

Von: Gabriele Krawcyk

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Hiermit lade ich Sie zur Lehrerkonferenz am Mittwoch, den 13. Oktober 2010 um 12:30 Uhr ein.

 

Ort: Lehrerzimmer

 

Vorgesehene Tagesordnung:  Abstimmung über einen möglichen Schulverweis von Ben Bergmann.

 

Protokoll: Ingrid Jäger

 

Gabriele Krawcyk

 

 

[Wohnung der Beschenkos]

 

Luzi: (kommt nachhause) Hi.

Karin: Hallo, mein Schatz. Ist die große Volleyballtrikotparty schon zu Ende? 

Luzi: Ah, ich war gar nicht lange da. 

Karin: Wieso das denn? 

Luzi: Stell dir vor, die Schwimmbadgeschichte ist endlich geklärt und Ben Bergmann hat die ganze Verantwortung übernommen und natürlich auch die Kosten.

Karin: Ben Bergmann? 

Luzi: Sein Vater hat dir einen Kredit gegeben, damit du die Rechnung bezahlst. 

Karin: Woher weißt du davon?

Luzi: Vorhin hat so eine Mitarbeiterin von der Harani-Bank angerufen und wollte noch irgendwelche Fragen irgendwie beantwortet haben. Wieso hast du mir nichts davon erzählt? 

Karin: Weil’s meine Entscheidung war. 

Luzi: Du bringst dich in eine aussichtslose Situation nur weil ich Mist gebaut hab und das soll deine Entscheidung sein? 

Karin: Was hätt ich denn machen sollen, Luzi? Die hätten dir das Leben zur Hölle gemacht. 

Luzi: Ach Mama. 

Karin: Du kämpfst doch eh schon hart genug. 

Luzi: Hab ich von dir gelernt. 

 

 

[Pestalozzi, Schulhof]

 

Bea: Ben.

Ben: Hey. 

Bea: Du bist vom Unterricht ausgeschlossen?

Ben: Vorerst. Morgen kommt dann endgültig die rote Karte. Es gibt zwar noch eine Lehrerkonferenz, aber die ist wahrscheinlich auch nur Kosmetik. Der Krawcyk bleibt aber auch gar nichts anderes übrig als mich rauszuwerfen. 

Bea: Wenn sie sagt, das ganze Kollegium entscheidet, dann hält sie sich auch dran. 

Ben: Hab nicht gerade massenhaft Fans unter den Lehrern.

Bea: Warum hast du dich gestellt?

Ben: Ich wollte einfach mal das Richtige tun. 

Bea: Was ist mit Australien?

Ben: Dafür muss ich jetzt eine andere Lösung finden. Ich, ich kann mir nicht mehr vorstellen dich nicht jeden Tag zu sehen. 

Bea: Ben. 

Ben: Dir geht’s genauso, stimmt’s?

Bea: Vielleicht ist es ja besser so. 

Ben: Dann bin ich nicht mehr dein Schüler. Alles ist so wie an dem Abend im Klub. Ich bin der Typ vom Tresen und du die Frau auf der Tanzfläche. 

 

 

[Wohnung der Beschenkos]

 

(Timo klingelt an der Tür.)

Timo: Hi.

Luzi: Hi. 

Timo: Wie geht’s dir? Ähm, ich bin echt froh, dass die Sache mit der Schwimmbadparty erledigt ist. 

Luzi: Ja, ich auch. Nur komisch, dass ausgerechnet einer wie Ben den Kopf hinhält während du untertauchst. 

Timo: Ja, ich weiß, es war scheiße, aber ich wusste einfach nicht, was ich machen soll. 

Luzi: Bist halt’n echter Freund.

Karin: Ist das Timo? 

Luzi: Ja, Mama.

Karin: Wieso kommt er nicht rein?

Luzi: Er hat’s eilig. 

Timo: Jetzt komm schon. 

Luzi: Hey, du hast mich echt hängen lassen. Ich brauch jetzt erst mal Zeit um das zu verdauen. Und du solltest vielleicht auch mal nachdenken. 

 

 

[Pestalozzi, vor den Schulhofmauern]

 

Ben: So was wie mit uns, das ist was Besonderes. Das weiß ich und du weißt das auch. 

Bea: Das ist Unsinn, Ben. Wir haben einmal miteinander geschlafen und ja, es war schön, aber es hat nichts zu bedeuten.

Ben: Willst du mir das weißmachen oder dir selbst? Das zwischen uns ist viel mehr als nur so’n billiger One-Night-Stand. Jedenfalls für mich. Ich liebe dich.