Episode 69

[Das letzte Mal bei Hand aufs Herz]

Gabriele: Mein Name ist Gabriele und ich… [Julian platzt in die Suchtgruppe]

Julian: Oh, äh… Tschuldigung, bin ich zu spät?

Caro: Sein Name ist Ben Bergmann. Er hatte Sex mit seiner Lehrerin. Und diese Lehrerin ist rein zufällig heute Abend auch hier. Darf ich euch vorstellen, Bea Vogel.

 

[Intro]

 

[Chulos]

 

Caro: Und wer mir nicht glaubt, kann sich bei Ben gern das passende Foto auf dem Handy zeigen lassen. Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber ich finde die Beiden sind doch ein echtes Traumpaar.  

 

Gäste: Buh… wer will denn das wissen? Wir wollen tanzen. Macht die Musik an. Trink lieber ein und komm über Ihn weg, Süße. Macht die Musik wieder an. Genau…

 

Caro: Hallo. Habt Ihr mich denn nicht verstanden? Die Beiden hatten Sex.

 

Gast: Und bist Du neidisch?

 

Caro: Lehrerin und Schüler. [Die Musik geht wieder an] Hört mir denn keiner zu? Das kann euch doch nicht egal sein.

 

Emma: Komm zu uns, Du alter Stalker.

 

Hotte: Naja, wenn Caro Recht hätte, wär er ja streng genommen kein Stalker mehr.

 

Emma: Es war ja klar, dass Du dich da auskennst.

 

Luzi: Hab ich Dir eigentlich schon gesagt, dass ich es echt toll finde, dass Du nicht mehr mit Caro zusammen bist?

 

Ben: Geht mir genauso.

 

Hotte: Caro, warte mal. Warum machst Du das?

 

Caro: Ich hab nur die Wahrheit erzählt.

 

Hotte: Ich dachte Du wärst ne Frau mit Klasse und Stil. Aber lag ich wohl voll daneben.

 

Caro: Es ist mir egal, was Du von mir hältst.

 

Hotte: Okay. Aber der Rest der Welt? [Hotte geht wieder zurück zu den anderen und Caro geht]

 

Sebastian: Lass stecken.

 

Bea: Danke.

 

Sebastian: Auf so was wird man im Studium wohl nicht vorbereitet.

 

Bea: Das kannst Du laut sagen.

 

Sebastian: Kaspertheater. [Die beiden trinken nun Kurzen]

 

Bea: Ich bin weg.

 

[Bei der Suchtgruppe]

[Julian hat sich mit in den Kreis gesetzt]

 

Mann: Sie wollten doch gerade sprechen.

 

Gabriele: [guckt zu Julian rüber] Mein Name ist Gabriele … und ich bin Alkoholikerin. Ich bin hier, um zu lernen verantwortungsvoll mit meiner Sucht umzugehen. Um mein Leben wieder in den Griff zu kriegen und um mich gegen alle meine Zweifler durchzusetzen. [Julian applaudiert und die anderen klatschen mit]

 

[Bei den Automaten]

[Bea kommt in die Schule und entdeckt Ben bei den Automaten, sie geht auf ihn zu.]

 

Bea: Ben, hast du `n Moment?

 

Ben: Wegen gestern ich…hatte keine Ahnung das Caro so was vorhat.

 

Bea: Das können wir jetzt nich‘ mehr ändern. Aber was viel wichtiger is‘, was is‘ mit dem Foto? Sag mir das du’s gelöscht hat und das die Sache aus der Welt is‘.

 

Ben: Ich wollt’s löschen, aber…

 

Bea: Ben!

 

Ben: Mir kam was dazwischen.

 

Bea: Ist dir eigentlich klar was du damit aufs Spiel setzt?

 

Ben: Natürlich is‘ mir das klar. Glaubst du es war `n Spaß für mich als Stalker abgestempelt zu werden? Ich werd’s löschen, versprochen.

 

Bea: Ich möchte dass du’s jetzt löscht, sofort.

 

Ben: Ich hab mein Handy nicht dabei.

 

Bea: Bei der nächsten Gelegenheit, kann ich mich darauf verlassen?

 

Ben: Ja. Jetzt entspann dich, ich werd’s löschen und damit ist das Thema vom Tisch, okay?

 

Bea: Okay. Was?

 

Ben: Nichts, du musst dir keine Sorgen machen. Die Sache ist so gut wie erledigt.

 

Bea: Gut.

[Bea hastet davon und Ben zieht sein Handy aus der Hosentasche]

 

[Bei den Beschenkos]

[Karin findet beim Wäsche machen ihr gepimptes Kleid. Flashback Anfang: Karin steht vor dem Spiegel und stylt sich. Michael [am Telefon]: Karin es äh tut mir leid, wir müssen Berlin verschieben. Karin, Michael und Bea im Chulos. Flashback Ende. Sie beginnt zu weinen, dann klingelt ihr Handy. Auf dem Display: Stefan Bergmann]

 

Karin: Beschenko? Hallo Herr Bergmann. Wo wollen sie hinkommen? Hierher zu mir? Ach das is‘ im Augenblick aber keine gute Idee. Aha sie sind schon unterwegs. Ahm naja wenn’s so wichtig ist dann bis gleich. [legt auf] Ah verdammt!

 

[Schulflur]

 

Michael: Bea, wie laufen die Vorbereitungen?

 

Bea: Ahm, im Moment ist alles eine einzige Baustelle aber wir kriegen das schon hin. Wie war euer Abend gestern noch?

 

Michael: Ich glaub weit weniger interessant als eurer, ich hab gehört da is‘ noch ne richtig wilde Party raus geworden. Schade dass wir schon so früh gegangen sind.

 

Bea: Du hast nichts verpasst.

 

Michael: Nich‘? Caros Ansprache ist DAS Thema der Schule.

 

Bea: Das hatte ich schon befürchtet.

 

Michael: Mir scheint als hätte Caro sich mit der Aktion keinen Gefallen getan, bei ihren Mitschülern kam das jedenfalls nich‘ so gut an. Ich kenn Caro noch nich‘ sehr lange, aber ich glaub sie ist gar nicht der Typ dafür solche halblosen Gerüchte zu streuen, sie ist doch eher kalkuliert.

 

Bea: Ähm was meinst du damit?

 

Michael: Ich weiß nicht, ich dachte das würd ich durch dich erfahren.

 

Bea: Ich kann Caro ganz gut verstehen, sie hat Liebeskummer. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, grauenvoll.

 

Michael: Du hattest das letzte Mal während deiner Schulzeit Liebeskummer? Komm schon.

 

Bea: Ahm, das is‘ jetzt auch kein Thema für den Schulflur Herr Kollege. Ich ähm ich muss dann auch weitermachen sonst findet der Festivalvorentscheid auf dem Hof statt, unplugged im Schnee. Wir reden ein andermal.

 

[Bei den Beschenkos]

 

Stefan: So wohnen sie also. Es ist ahm sehr gemütlich.

 

Karin: Für uns reicht es. Also, was kann ich für sie tun?

 

Stefan: Es geht um unser letztes Treffen, ich denke da wurden viele Dinge gesagt die nich‘ so gemeint waren.

 

Karin: Das seh ich mittlerweile auch so.

 

Stefan: Und deshalb wollte ich den ersten Schritt machen. Ich wollte ihnen die Gelegenheit dazu geben, sich bei mir zu entschuldigen.

 

Karin: Das is‘ nicht ihr ernst?

 

Stefan: Erinnern sie sich noch daran was sie mir alles an den Kopf geworfen haben?

 

Karin: Ja das tu ich, aber ich erinnere mich auch daran wie sie sich verhalten haben-und nicht nur bei unserm letzten Treffen.

 

Stefan: Sie entschuldigen sich also nicht?

 

Karin: Sie sind doch an einer Entschuldigung gar nicht wirklich interessiert, ich bin ihnen vollkommen egal. Aber sie ersticken zu Hause im Müll und haben niemanden gefunden der SIE aushält. Sie wollen dass ich zurückkomme, aber haben nicht das Format mich zu fragen. Ich finde das…ganz klein find ich das.

 

Stefan: Ich biete ihnen eine Gehaltserhöhung an, 3 Prozent. [Karin lacht] 10 Prozent, aber sie fangen heute noch an.

 

Karin: Sie glauben mit Geld können sie alle Probleme aus der Welt schaffen.

 

Stefan: Gut, ich geb es zu wir…wir kommen ohne sie nicht zurecht. Wollten sie das hören?

 

Karin: Wollen sie `n Kaffee?

 

Stefan: Ich dachte schon sie fragen nie.

 

[Sekretariat]

 

Ingrid: [am Telefon] Hmh, ja. Ah ja, ok. [Julian kommt den Schulflur entlang] Was, wie viel? Äh entschuldigen sie aber wir sind ne Schule, wir wollen kaltes Buffet kein königliches Festmahl, Wiederhören.

 

Julian: Na, Frau Jäger? Gibt’s mal wieder Probleme?

 

Ingrid: Keineswegs. Wir werden das Kind schon irgendwie schaukeln.

 

Julian: Dass Sie das ohne meinen Sponsor nur irgendwie schaffen, war ja zu erwarten. Bleibt nur die Frage wie groß das Fettnäpfchen für die Pestalozzi-Schule dabei ausfällt? Aber machen Sie sich keine Sorgen. Ich bin mir sicher, unsere Gäste erwarten gar nichts anderes. Und, wo vertreibt sich unsere geschätzte Direktorin heute die Zeit?

 

Ingrid: Frau Krawczyk hat ’nen wichtigen Termin wegen des Festival-Vorentscheids.

 

Julian: Ah, so so…wegen des Vorsingens. Ich weiß, wo sie ist. In der Selbsthilfe.

 

Alexandra: Und was willst du mit dieser Information anfangen? Einen Bericht schreiben?

 

Julian: Ich habe den Schulrat hergebeten und werde ein offenes Gespräch mit ihm führen. Das bin ich unseren Schülern schuldig.

 

Alexandra: Oh, sieht so aus als wärt ihr bei eurem Gespräch einer mehr.

 

Gabriele: Herr Götting, Frau Lohmann.

 

Julian: Das macht nichts. Dann bitt ich sie eben dazu. Je mehr wir sind, umso lustiger wird es.

 

Alexandra: Unterschätz die Krawczyk nicht. Bisher hatte sie noch immer irgendein Ass im Ärmel.

 

Julian: Was für ein Ass sollte den Schulrat davon abhalten Konsequenzen aus ihrem bekennenden Alkoholismus zu ziehen? Sobald das offiziell wird, müssen sie handeln und zwar schnell.

 

[Schultreppe]

[Als Caro die Schule betritt wird über sie geredet]

 

Caro: Hi! [Die Tratschgruppe lässt Caro stehen]

 

Luzi: Na? Deine Aktion von gestern hat sich wohl rumgesprochen.

 

Caro: Mit dir redet keiner.

 

Luzi: Mit dir ja wohl auch nicht, wie man sieht.

[Als Caro die Treppe hochgehen will stößt sie mit der herunter eilenden Bea zusammen]

 

Caro: Damit kommen Sie nicht durch.

 

[Bei den Beschenkos]

 

Stefan: Ich gebe zu, mir war nicht klar wie viel Sie leisten. Aber glauben Sie mir, ich hab in den letzten Wochen dazugelernt.

 

Karin: Schön, dass Sie wenigstens rückwirkend meine Arbeit zu schätzen wissen.

 

Stefan: Das tue ich. Und Ben auch. Und Sie? Sie haben sich so verändert. Sie sind so vehement. So kenn ich Sie gar nicht.

 

Karin: Ich wollte nicht unhöflich sein. Ich habe im Moment nur so viel Stress und ich bin’s leid, um den heißen Brei herum zu reden.

 

Stefan: Macht Luzi Ihnen Sorgen?

 

Karin: Nein, nein. Mit Luzi ist alles bestens.

 

Stefan: Wissen Sie, Frau Beschenko, Sie…Sie sind was ganz Besonderes. Das hab ich mittlerweile begriffen. Und ich kann Ihnen nur sagen, wer das nicht sieht, der hat Sie auch nicht verdient.

 

Karin: Sie können sehr charmant sein, wenn Sie wollen.

 

Stefan: Und, hab ich Erfolg?

 

Karin: Ja, ich komme zurück.

 

Stefan: Sie werden es nicht bereuen.

 

Karin: Das weiß ich noch nicht. Aber ich möchte mich entschuldigen. Ich war, zumindest in Teilen, sehr ungerecht zu Ihnen.

 

Stefan: Vergeben und vergessen. Guter Kaffee. Wir sehen uns dann heute Nachmittag.

 

Karin: Ja, ich muss vorher noch einen Termin absagen, aber dann komm ich direkt zu Ihnen.

 

Stefan: Sehr gut. Schön, dass Sie wieder bei uns sind.

 

Karin: Herr Bergmann?

 

Stefan: Ja?

 

Karin: Die Gehaltserhöhung, die nehme ich gerne an.

 

[Umkleidekabine]

 

Schülerin 1: Und Caro, heute wieder fette Performance im Chulos?

 

Schülerin 2: Leg dich nicht mit ihr an, wer weiß was sie dir dann andichtet!?

 

Schülerin 1: Boah, eine Affäre mit dem Heisig.

 

Schülerin 2: Nee, oder mit dem Götting!

 

Schülerin 1: Nee, bitte nicht mit dem!

 

Alexandra: Was ist los?

 

Caro: Alle weg, ich bin geisteskrank! Das ist los! Ich habe die Wahrheit gesagt, aber die interessiert hier ja Keinen.

 

Alexandra: Ich meine das Spiel eben, das war grauenvoll. Was war da los?

 

Caro: Heute ist nicht mein Tag, tut mir leid!

 

Alexandra: Ich rate dir nur eins: Krieg dich wieder in den Griff und zwar schnell.

 

Caro: Können Sie mir mal sagen, warum es an dieser Schule überhaupt niemanden interessiert, wenn eine Lehrerin mit 'nem Schüler schläft? Ich krieg' das nicht in meinem Kopf. Dabei gibt es aber Beweise.

 

Alexandra: Was für Beweise?

 

Caro: Ein Foto. Frau Vogel liegt mit Ben zusammen im Bett.

 

Alexandra: Und und du hast dieses Foto?

 

Caro: Nein, aber ich weiß wo es ist.

 

Alexandra: Dann erzähl mal genau und der Reihe nach was du darüber weißt.

 

[Schulflur]

 

Sebastian [mit verstellter Stimme]: Heisig, kommen Sie sofort in mein Büro!

 

Michael: Ist echt nicht lustig!

 

Sebastian: Dass das immer noch funktioniert ist echt gut.

 

Michael: Was willst du eigentlich hier?

 

Sebastian: Sei mal ein bisschen netter zu deinem kleinen Bruder, der dir einen riesen Gefallen tut.

 

Michael: Was denn für einen Gefallen?

 

Sebastian: Deine schriftlichen Ergüsse deiner Schüler! [er überreich ihm Hefte] Du hast sie gestern im Chulos vergessen.

 

Michael: Oh, danke! Sonst noch was?

 

Sebastian: Wie war's denn noch mit Karin?

 

Michael: Ich habe sie nach Hause gebracht und mir dann ein Taxi genommen.

 

Sebastian: Ah, verstehe. Hätte mich auch gewundert, wenn sie noch in der Stimmung für Romantik gewesen wäre.

 

Michael: Sie war müde hat sie gesagt.

 

Sebastian: Also ich war gestern auch dabei und an ihrer Stelle wäre ich nicht müde geworden sondern stinksauer.

 

Michael: Jetzt fängst du auch noch damit an. Ich meine, wir hatten vielleicht nicht den besten Abend aller Zeiten, aber das kommt ja schon mal vor. Außerdem habe ich mich nur mit Bea unterhalten und was ist daran so schlimm?

 

Sebastian: Du brauchst dich vor mir nicht zu rechtfertigen.

 

Michael: Was interessiert's dich dann so?

 

Sebastian: Sie hat mir einfach nur leid getan gestern. Ich meine, ihr Beiden, das war wirklich ein trauriger Anblick. Und dann kam Bea hinzu und dann wurde es noch trauriger. Für Karin. Außerdem hat sie angerufen und gekündigt.

 

Michael: Was?

 

Sebastian: Sie hat keine Zeit mehr. Irgendetwas mit 'nem anderen Job. Oder sie hat die Nase voll von den Heisigs und will auf Abstand gehen. Aber das ist nur meine Vermutung. Ich wollte dich nur auf dem Laufenden halten. Machs gut.

 

Michael: Ja, danke. Tschau!

 

[Sekretariat]

 

Gabriele: Ich hatte keine Ahnung dass du kommst. Aber ich freu mich, dass du da bist. Wie geht's Regina und den Kindern?

 

Dr.Wendtland: Ach, denen geht es ausgezeichnet, sie bauen gerade dieses Wohnzimmer um.

 

Julian: Dr. Wendtland, ich wusste gar nicht, dass Sie hier sind. Schön, dass Sie es so schnell einrichten konnten. Äh Frau Jäger, Kaffee und Gebäck bitte in mein Büro!

 

Gabriele: Herr Götting, hätten Sie die Freundlichkeit uns zu erklären worum es in dieser Besprechung gehen soll?

 

Julian: Äh, das könnten Sie sich nach gestern Abend eigentlich denken, Frau Direktorin? Es geht um Sie.

 

Gabriele: Ach um mich. Verstehe. Kaffee und Gebäck gehen dann in mein Büro. Wenn Ihr mir dann bitte folgen möchtet. Klaus. Herr Götting. [Dr. Wendlandt und Gabriele gehen bereits ins Büro.]

Julian: Tja, ich hatte gedacht ... ja, dann gehen wir doch einfach ins Büro von Frau Krawczyk. [Julian folgt ihnen.]

[Gabrieles Büro]
[Ingrid schenkt Dr. Wendlandt eine Tasse Kaffee ein.]

Dr. Wendlandt: Ja kommen Sie bitte direkt zur Sache. Ich habe noch einen Termin.

Julian: Es geht um unsere geschätzte Direktorin und um ihren Alkoholismus. Der Verdacht ist ja nicht neu. Ich habe mich mit meiner Sorge schon vor Monaten an das Schulamt gewandt.

Dr. Wendlandt: Und die Angelegenheit war doch geklärt, oder nicht?

Julian: Ja, das dachten wir alle. Ich bin verschieden Hinweisen nachgegangen und habe herausgefunden, dass sie regelmäßig Treffen der Stillen Trinker besucht. Ich weiß, dass ich ihre Privatsphäre verletzt habe, aber ich habe im Interesse der Schule gehandelt.

Gabriele: Natürlich.

Julian: Ich denke, es wird das Beste sein, die Direktorin von ihren Pflichten zu entbinden, damit sie ausreichend Zeit hat sich zu erholen und ich möchte noch hinzufügen, dass das in keinster Weise gegen die geschätzte Kollegin geht. Sie hat für ihren mutigen Kampf gegen die Sucht unser aller Sympathien verdient.

Dr. Wendlandt: Ja Gabriele möchtest du was dazu sagen?

Gabriele: Nein.

Dr. Wendlandt: Ja, dann ... dann muss ich wohl. Ja, nun Herr Götting es ist wirklich sehr sehr lobenswert wie Sie sich für die Schule und für Frau Krawczyk einsetzen, aber ich denke es ist nicht nötig sie von ihren Pflichten zu entbinden. Frau Krawczyk`s Erkrankung ist uns schon seit längerer Zeit bekannt. Sie hat mich selbst davon in Kenntnis gesetzt. Ja, wir hatten ein längeres Gespräch und danach haben wir uns entschlossen Frau Krawczyk im Kampf gegen ihre Sucht zu unterstützen. Ja, und wie Sie sich gestern bei ihrer Selbsthilfegruppe überzeugen konnten, da ist sie mit Feuereifer dabei. Ich sehe also nicht die geringste Veranlassung Frau Direktor Krawczyk von ihren Aufgaben zu entziehen. Sie hat weiterhin das vollste Vertrauen des Schulamtes.

[Schultoilette]
[Ben ist in einer Kabine und will das Foto von sich und Bea löschen.]

Hotte: Ey, wie lange brauchst du denn noch? Andere Leute müssen auch mal.

Ben: Gleich. Nerv nich. [Ben löscht das Foto von sich und Bea doch nicht.]

Hotte: Man was machst du denn da drin?

Ben: Viel Spaß.

[Julians Büro]
[Julian sitzt an seine, Schreibtisch und rührt sein Käffchen um. Es klopft an der Tür.]

Julian: Ja, bitte!

Alexandra: Wie war dein Termin?

Julian: Frag nicht!

Alexandra: Oh, das hört sich nicht gut an.

Julian: Nee. Das Schulamt wusste die ganze Zeit, dass die Krawczyk in Behandlung ist. Sie stehen voll hinter ihr.

Alexandra: Naja, aber das ist egal.

Julian: Nein, das ist überhaupt nicht egal. Ich hab mich zum vollkommenden Idioten gemacht. Vor dem Schulrat. Das war nicht hilfreich. Kein bisschen.


Alexandra: Würde es dich vielleicht aufheitern, wenn ich dir erzähle, dass Bea tatsächlich eine Affäre mit Ben Bergmann hatte?

Julian: Nee, das ist mir momentan vollkommen egal.

Alexandra: Okay, verstehe. Das reicht nicht. Aber vielleicht würde es ja deine Stimmung heben, wenn ich dir erzähle, dass unsere Direktorin die ganze Zeit darüber Bescheid wusste. Und Bea wissentlich gedeckt hat.

Julian: Ist das sicher?

[Aufenthaltsecke]
[Ben sitzt chillend auf der Couch. Julian greift sich sein Handy.]

Ben: Sag mal geht’s noch?

Julian: Ganz ruhig.

Ben: Das ist mein Handy.

Julian: Und ich bin Konrektor.

Ben: Dennoch ist das mein Eigentum.

Julian: Ja. Und ich muss kontrollieren, ob Sie jugendgefährdende Filme in Umlauf bringen oder Fotos.

Ben: So ein Scheiß. Das können Sie nicht machen. Jetzt geben Sie schon.

Julian: Ist da was drauf, was ich nicht sehen soll?