Episode 117

[Das letzte Mal bei Hand aufs Herz]

Piet: Schwesterchen, lass Dich von den Typen nicht ärgern. Das sind Idioten. Und irgendwann hören die damit auch wieder auf.

Bea: Trotzdem. Ich will nicht, dass Ihr damit reingezogen werdet. Vielleicht sollte ich doch ausziehen.

Piet: Nein, Du bleibst hier bei Deiner Familie. Wir machen es einfach so wie immer, wir stehen das gemeinsam durch. Die können uns überhaupt nix.

Kommissar: Frau Vogel, hallo. Lassen Sie uns rein? Wir haben ein Durchsuchungsbeschluss.

 

[Intro]

 

[Bea‘s Wohnung]

 

Bea: Was soll das denn werden? Was versprechen Sie sich von der Aktion?

 

Kommissar: Erkenntnisse im Mordfall Franziska Lohmann. [Die Kommissare durchsuchen die Wohnung von Bea.]

 

Michael: Was ist denn hier los?

 

Bea: Hausdurchsuchung. [Bea gibt Michael den Beschluss von der Polizei. Einer der Kommissare durchsucht die Bücher von Bea.] Vorsicht! Das sind meine Arbeitsmaterialien. Die brauch ich für mein Unterricht.

 

Kommissar: Da machen Sie sich mal keine Sorgen Frau Vogel, alles was nicht mit dem Fall zu tun hat, bekommen Sie selbstverständlich nach Abschluss der Ermittlungen zurück.

 

Bea: Wann wird das sein?  

 

Kommissar: Naja, wenn ich richtig informiert bin, dann… dann sind Sie doch wegen des Verdachts gegen Sie sowieso vom Schuldienst freigestellt oder?

 

Michael: Lass Sie nur reden, Sie können nix.

 

Bea: Ja, weil ich unschuldig bin.

 

[Sofaecke Pestalozzischule]

 

Hotte: Aber wieso bist Du mit dem Test denn nicht klar gekommen?

 

Emma: Ich hatte Prüfungsangst.

 

Hotte: Okay, aber seit wann hast Du ein Problem mit Klausuren?

 

Emma: Jetzt hör doch mal auf. Ich hab‘s vergeigt und der Grund dafür ist doch jetzt völlig egal.

 

Hotte: Oder es ist eine andere Möglichkeit. Sie war mit den Gedanken wo anders. Naja, dass Jenny und ich fast zusammen gekommen sind, hat Dich ganz schön aus der Bahn geworfen. Das war offensichtlich.

 

Emma: Wenn Du jetzt noch einmal ein einziges Mal behauptest ich sei in Dich verliebt, dann stirbst Du langsamen, qualvollen Tod. Ist das jetzt verstanden?

 

Timo: Also auf mich macht es nicht so den Eindruck, als sei Sie sonderlich verliebt.

 

Hotte: Aber wenn das nicht so war, warum hast Du dich über die Sache mit Jenny dann so aufgeregt? [Emma sieht zu Jenny rüber und dreht Ihr dann den Rücken zu und lässt sich auf den Sessel fallen.]

 

[Bea’s Wohnung]

 

Michael: Ich ruf jetzt Horst Fuhrmann an. Du hast ein Recht darauf, Deinen Anwalt zu sprechen, wenn Dein Haus durchsucht wird.

 

Bea: Das würde auch nichts ändern. Wenn ich mir vorstelle, dass Sie gerade mein Badezimmer…

 

Kommissar: Thomas.

 

Bea: …durchwühlen, wie ein Einbruch.

 

Michael: Die sind gleich weg. Die werden nix finden. Ich meine, was wollen die finden?

 

Kommissar: Frau Vogel, kommen Sie mal bitte.

 

Bea: Was? Zeigen Sie mir jetzt meine Matheklausuren, die ich auf der Festplatte habe?

 

Kommissar: Mein Kollege hat hier gerade etwas sehr interessantes entdeckt. Sie haben in letzter Zeit sehr intensiv nach Jens Mirbach’s Verbleib in Australien recherchiert.

 

Bea: Hätte ich wirklich mir Ihm zusammen gearbeitet, würde ich dann nach Ihm suchen? Nochmal, ich habe mit Franziska Lohmann’s Tod nichts zu tun. Und die Tatsache, dass jemand anderes Ihren Tod verschleiern möchte, dass … das kann mich doch auch entlasten, deswegen habe ich Ihn gesucht. Und da Sie diesen Hinweisen nicht nachgehen, müssen Sie das schon einsehen.

 

Kommissar: Dann unterschätzen Sie uns mal nicht, Frau Vogel. In der Mordermittlung, gehen wir selbstverständlich jeder Spur nach. Darf ich dann fragen, was Ihre Recherchen ergeben haben?

 

Bea: Ich habe kein Hinweis gefunden, wo Jens sich aufhält.

 

Kommissar: Chef, schauen Sie mal. [Er gibt den Kommissar, der Bea befragt, eine Postkarte]

 

Kommissar: Danke. Aha… „Liebe Bea, leider kann ich…. Weihnachtliche Grüße, Jens“. Abgestempelt Dezember 2010,Frankfurt am Main. Frau Vogel, wenn es sich bei dem Absender dieser Karte um Jens Mirbach handelt, dann sieht‘s gar nicht gut aus für Sie.

 

[Villa Bergmann]

 

Stefan: [am Telefon] Das war eine hochspekulative Anlage sowas kann schon mal crashen. Ja aber das ist nich‘ unser Problem und wenn die alte Dame das Kleingedruckte nicht mehr erkennen kann dann sollte sie ihr Geld lieber in Lesebrillen investieren und nicht in portugiesische Immobilienfonds. Ich muss Schluss machen. [zu Ben] Und, wie ist der Einstufungstest gelaufen?

 

Ben: Tritt unser neuer Direktor jetzt täglich zum Rapport zu Dir an? Oder wie kommt es dass Du als Einziger von dem Test wusstest?

 

Stefan: Als großzügiger Sponsor Eurer Schule kann ich schon erwarten über Neuerungen rechtzeitig informiert zu werden.

 

Ben: Was hat Dich das wieder gekostet? Die Altersvorsorge dieser Frau die Ihr gerade abgezockt habt?

 

Stefan: Ben, es gibt im Leben nun mal Gewinner und Verlierer und ich bemüh mich sehr dass Du nicht zu den Letzteren zählst. Also wie hast Du abgeschnitten?

 

Ben: Frag doch Deinen Spezi Götting. An Deiner Stelle würde ich mir aber nicht allzu große Hoffnungen machen.

 

Stefan: Ben ich weiß nicht wie oft ich das noch sagen muss: Dein Abitur ist entscheidend für Deine Zukunft und ich erwarte von Dir…

 

Ben: Was Du erwartest weiß ich. Ich weiß aber nicht wie oft ich das noch sagen muss: Du kannst mich mal mit Deinem Karriere- und Leistungsscheiß.

 

Stefan: Sag mal wann wirst Du erwachsen und begreifst dass man Verantwortung für sein Leben übernehmen muss?

 

Ben: Na stell Dir mal vor genau das tu ich. Caro hat gerade ihr Kind verloren, ich werde mich verdammt nochmal um sie kümmern und nicht um irgendwelche bescheuerte Leistungstests.

[Ben verlässt den Raum]

Caro: War das Ben?

 

Stefan: Ja.

 

Caro: I-Ist er auf seinem Zimmer…

 

Stefan: Sekunde! Die Nummer die Du hier mit Deiner erlogenen Fehlgeburt abziehst ist eine Sache, aber wenn Du meinen Sohn zu irgendwelchem Unfug anstiftest und ihm die Zukunft verbaust dann wirst Du das bereuen.

 

Caro: Wenn Du endlich aufhörst gegen mich zu sein dann würdest Du feststellen dass wir im Grunde das Gleiche wollen.

 

Stefan: DAS wage ich zu bezweifeln und ich warne Dich, überspann den Bogen nicht Caro.

 

Caro: Dann warne ich Dich auch: wenn Du nicht endlich aufhörst mir mit Deinen Drohungen auf die Nerven zu gehen dann überzeuge ich Ben davon dass wir’s woanders besser haben als hier. Und das geht ganz leicht. [Und auch Caro lässt Stefan einfach so stehen]

 

[Beas Wohnung]

 

Kommissar Hinze: Fürs Protokoll: Sie Frau Vogel haben mehrfach angegeben…in den letzten ca. 11 Jahren, keinen Kontakt mehr zu Jens Mirbach gehabt zu haben.

 

Bea: Das ist die Wahrheit.

 

Kommissar: Desweiteren halten Sie’s für möglich dass er was mit dem Tod von Franziska Lohmann zu tun hat.

 

Bea: Ich weiß es nich‘.

 

Kommissar: Äh immerhin haben Sie sich von ihm ne entlastende Aussage versprochen.

 

Bea: Ich will eine Erklärung dafür warum er behauptet hat, mit Franziska nach Australien ausgewandert zu sein.

 

Kommissar: Das is‘ ne Sache die uns auch interessieren würde genauso wie die Frage ob Sie nicht vielleicht doch mehr mit Jens Mirbach verbindet als Sie behaupten.

 

Bea: Das is‘ ne reine Unterstellung.

 

Kommissar: Ne, ne Frau Vogel das seh ich `n bisschen anders. Ich meine immerhin haben Sie ne Kiste mit lauter Erinnerungsstücken über ca. 11 Jahre aufbewahrt. Mit Fotos, mit Souvenirs, mit Briefen.

 

Bea: Ist das nicht normal? Er war meine erste große Liebe, wir waren jung, d-da hebt man so was auf.

 

Kommissar: Nach allem was er Ihnen angetan hat?

 

Bea: Ich habe damals alles in diese Kiste gepackt, hab sie auf den Speicher gestellt und nicht mehr dran gedacht bis…

 

Kommissar: Bis…diese in Deutschland abgestempelte Karte ankam. Waren Sie denn nicht überrascht? Nach so langer Zeit von ihm zu hören?

 

Bea: Natürlich, aber ich hab dieser Karte nicht DIE Bedeutung beigemessen die sie jetzt hat. Ich wusste nicht dass Franziska tot ist.

 

Kommissar: Behaupten Sie.

 

Bea: Ich wusste es nicht.

 

Kommissar: Wie ist es dann weitergegangen?

 

Bea: Das hab ich Ihnen doch schon gesagt. Bis auf die Karte hab ich nichts von ihm gehört und ich hab mich auch nicht mit ihm getroffen.

 

Kommissar: Wissen Sie was Frau Vogel? Ich glaub Ihnen das nich‘. Und wissen Sie auch wieso? Weil Sie auch sonst nicht ehrlich zu uns gewesen sind.

 

Bea: Ich hab Sie nie angelogen, zu keiner Zeit.

 

Kommissar: Immerhin haben Sie uns entscheidendes Beweismaterial vorenthalten. Zum Beispiel dass ein wichtiger Zeuge vor kurzem in Deutschland war. Und ich nehme an dafür hatten Sie Ihre Gründe.

 

[Aufenthaltsecke Pestalozzi]

 

Luzi: Hey ähm hast Du Ben gesehen?

 

Timo: Nein nicht seit er vom Test einfach angehauen is‘. Sag mal ahm was läuft da eigentlich zwischen Euch?

 

Luzi: Ah gar nichts? Ihm geht’s nur nicht so besonders.

 

Timo: Was hat er denn?

 

Luzi: Ich hab ihm versprochen dass ich das NIEMANDEM sage.

 

Timo: Muss ja was sehr wichtiges sein.

 

Luzi: Ja für ihn schon.

 

Timo: Für ihn oder für Euch?

 

Luzi: Komm schon. Wenn man einem Freund etwas verspricht dann dann muss man es auch halten. Ich mein…Du fändest es doch auch scheiße wenn ich irgendwas von Dir weitererzähle was Du mir im Vertrauen erzählt hast, oder?

 

Timo: Ja, natürlich. Aber ich frag' mich einfach, warum du und Ben auf einmal so [er kreuzt die Finger] seid.

 

Luzi: Ben und ich sind Freunde, na und?

 

Timo: [kopfschüttelnd und nuschelnd] Te, Freunde, klar!

 

Luzi: Ich mein dafür, dass Frauen und Männer nur Freunde sein können ohne das was läuft sind wir doch das beste Beispiel für.

 

Timo: Wieso?

 

Luzi: Na ja, als du mit Sophie zusammen warst da waren wir doch auch trotzdem Kumpel.

 

Timo: Wieso fängst du denn jetzt schon wieder mit Sophie an?

 

Luzi: Entschuldigung, ich dachte, da.... ich wusste nicht, dass du so dünnhäutig da bist.

 

Timo: Bin ich nicht! Sophie ist Geschichte und es ist mir auch egal wo und mit wem sie rumhängt, okay?

 

Luzi: Sicher?

 

Timo: Ja, sicher. Aber darum ging es jetzt gar nicht, jetzt lenk' nicht ab wir waren gerade bei Ben.

 

Luzi: Oh, ich dachte damit wären wir durch. Ben und ich sind Freunde und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du damit für ein Problem hast. Oder heißt das ich darf neben dir keine anderen Freunde mehr haben?

 

Timo: Doch, klar.

 

[Beas Wohnung]

[viele Unterlagen liegen verstreut auf dem Boden]

 

Bea: [am Telefon] Ja, das sehe ich auch so. Ich habe auch nur die Wahrheit gesagt... ich hab nichts zu befürchten. [Michael kommt ins Zimmer] Gut....Danke...Bis dann. [Bea legt auf und wendet sich an Michael] Dein Anwaltsfreund ist wirklich klasse.

 

Michael: Was sagt er denn?

 

Bea: Dass ich mich von diesem Kommissar Hinze nicht einschüchtern lassen soll.

 

Michael: Ja, besser ist. Der Hinze ist ein fieser Typ.

 

Bea: Der macht nur seine Arbeit. Horst Fuhrmann meint Hinze versucht mich nur in Widersprüche zu verwickeln, weil er nichts gegen mich in der Hand hat.

 

Michael: Ah. Und diese, diese Postkarte findet er nicht belastend? Ich meine, ist das nicht ein Beleg dafür, dass ihr beide Kontakt hattet? Nicht, dass ich das denken würde, aber Hinze will dir genau das unterstellen.

 

Bea: Eben. Es ist nur eine Unterstellung. Herr Fuhrmann meinte, diese Postkarte könnte uns sogar einen entscheidenden Schritt weiter bringen um mich zu entlasten. Es gibt endlich eine frische Spur wo sich Jens aufhalten könnte. Ich hab' dir doch gesagt, dass ich im Netz überhaupt nichts über Jens gefunden habe. Das ist ungewöhnlich.

 

Michael: Und diese Postkarte aus Frankfurt soll jetzt als neuer Ansatz herhalten?

 

Bea: Na ja, die Polizei muss ihr nachgehen. Es gibt Flüge nach Australien, Kreditkartenabrechnungen, Hotelrechnungen, Mietwagen...

 

Michael: Ja, vielleicht kommen sie ihm so auf die Spur.

 

Bea: Ja. Und dann muss er mir erst einmal erklären, warum er behauptet hat mit Franziska nach Australien ausgewandert zu sein.

 

Michael: Mmh... Tja, und dann.....dann wär's vorbei.

 

Bea: Ja, und dann machen wir erst 'mal Urlaub. [Beas Telefon klingelt] Hallo?....Hallo!?....Hallo wer ist denn da? [ in der Leitung hört man nur Atemgeräusche. Michael nimmt ihr das Telefon aus der Hand)

 

Michael: Hey Arschloch, du hast Pause. (Michael legt auf). So und morgen besorgen wir dir erst einmal eine neue Nummer. Wo waren wir jetzt stehen geblieben, bei...?

[sie küssen sich]

 

[Schulhof]

[Hotte lehnt an der Wand und liest im Buch „Erfolg bei Frauen“ als Timo auf ihn zukommt]

 

Hotte: Ist es Luzi?

 

Timo: Wow, bist du jetzt Hellseher seit deinem paranormalen Gedöns?

 

Hotte: Das ist kein Gedöns. Die Séance hat funktioniert. Und um zu sehen, dass bei dir und Luzi momentan der Wurm drin ist muss man kein Hellseher sein.

 

Timo: So offensichtlich? Ich kann dir auch sagen wie der Wurm heißt: Ben Bergmann.

 

Hotte: Er und Luzi verbringen momentan viel Zeit miteinander hab ich auch schon bemerkt. Aber Ben hat doch Caro also wo ist das Problem?

 

Timo: Ja eben, deswegen. Ich mein, er hat grad Caro geschwängert, dann braucht er nicht noch Luzi anzubaggern.

 

Hotte: Er baggert doch nicht. Die Beiden sind nur befreundet.

 

Timo: Gott, das Gleiche sagt Luzi auch die ganze Zeit.

 

Hotte: Und du glaubst ihr nicht?

 

Timo: Ich mein, die tuscheln und flüstern die ganze Zeit und vertrauen sich irgendwelche Geheimnisse an. Das nervt einfach. Und wenn ich sie drauf anspreche, dann interessiert sie das ein Scheißdreck.

 

Hotte: Vielleicht solltest du etwas deutlicher werden. Um das Herz einer Frau muss man kämpfen.

 

Timo: Hmh, da spricht der Fachmann...

 

Hotte: Ja, ich weiß. Ich habe auch kein Glück bei den Frauen. Und deshalb habe ich mir professionellen Rat besorgt. [er zeigt Timo das Buch]

 

Timo: Hihi, 'Erfolg bei Frauen'

 

[Schulaula]

[Jenny singt „Be mine“.]

 

[Flashbacks von Emma]

Emma: Was ist verdammt nochmal dein Problem mit mir?

Jenny: Das ist mein Problem mit dir!

Hotte: Jenny küsst einfach, wenn sie Lust hat. Wahnsinn!

Emma: Das heißt, es hat ihr gar nichts bedeutet.

Jenny: Emma, ich bin verknallt. In dich.

[Flashbacks Ende]

 

[Flashback von Bea]

Ben: Ich liebe dich nicht mehr und ich will dich nie wieder sehen. Also tue mir einen Gefallen und verschwinde aus meinem Leben.

[Flashback Ende]

 

[Bergmann Villa]

 

Ben [am Telefon]: Caro liegt im Bett und chillt. Es sieht so aus als würde alles ganz gut heilen. Sagt man das überhaupt so?

 

Luzi: Keine Ahnung. Aber wenn sie keine Schmerzen hat, ist das ja erstmal ein gutes Zeichen, würde ich sagen. Und du? Wie geht’s dir?

 

Ben: Keine Ahnung. Echt nicht. Ich…mein klar, das war viel zu früh für ein Kind, aber…dadurch sind Caro und ich erst wieder fest zusammen gekommen.

 

Luzi: Jetzt mal ehrlich, bist du nur wieder mit ihr zusammen wegen dem Baby?

 

Ben: Am Anfang schon, aber dann… Ist ja auch egal. Entscheidend ist, dass wir jetzt wieder zusammen sind.

 

Luzi: Aber du bleibst nicht nur mit zusammen, weil du ein schlechtes Gewissen hast, oder?

 

Ben: Caro und mich verbindet ‘ne Menge. Ich mag sie. Außerdem will ich, dass sie wieder richtig gesund wird.

 

Luzi: Das klingt jetzt aber nicht nach der richtig großen Liebe.

 

Ben: Tja, das echte Leben ist eben kein Kitsch-Roman. Diese ganze Scheiße mit den großen Gefühlen, ganz ehrlich, wie viele Paare haben sowas?

 

Luzi: Na, ich hoffe, die meisten. Warum heiratet man sonst noch, heutzutage?

 

Ben: Wegen Geld?

 

Luzi: Boah, jetzt klingst du wirklich wie dein Vater.

 

Ben: Ha, sehr witzig. Ich bin ganz sicher nicht wie mein Vater, aber in bestimmten Dingen hat er gar nicht Unrecht. Auch wenn ich das vor ihm nie zugeben würde. Der ist übrigens ziemlich sauer, dass ich den Test geschmissen habe. Ich glaube, er hat Götting geschmiert, damit ich früher davon weiß.

 

Luzi: Das ist jetzt nicht dein Ernst?

 

Ben: Doch! Aber du kannst dich abregen. Schließlich habe ich den Vorsprung nicht genutzt.

 

Luzi: Und warum nicht?

 

Ben: Weil ich sowas scheiße finde?! Was Götting an der Lozzi abzieht, ist das Letzte!

 

Luzi: Seit die Krawczyk weg ist und die Vogel, na da hat er halt freie Bahn.

 

Ben: Das interessiert mich jetzt alles nicht mehr.

Luzi: Sekunde mal, ich weiß, dass du gerade obermies drauf bist, aber gerade deshalb solltest du keine übereilten Entscheidungen treffen. Man Ben, überleg dir doch mal was du willst. [Timo greift sich das Handy von Luzi.]

Timo: Ja, das würde ich dir auch raten und zwar dringend. [Ben schaut sein Handy fragend an.]

Luzi: Timo!

Ben: Timo?

Timo: Ja?

Ben: Bist du das?

Timo: Ich weiß nicht was für Probleme du hast. Und es interessiert mich ehrlich gesagt auch gar nicht, aber ich geb‘ dir jetzt mal einen guten Rat: Wenn du deine Baggerspielchen versuchst mit Luzi abzuziehen, dann kannst du dich auf was gefasst machen, ja?

Luzi: Sag mal, spinnst du?

Timo: Meinet wegen kannst du alles nageln was bei drei nicht auf dem Baum ist, okay? Aber nicht Luzi, weil die bedeutet mir nämlich wirklich was. [Timo legt auf. Ben legt auf.]

Ben: Tz, wurde ja auch mal Zeit, dass du merkst was Luzi für ne klasse Frau ist.

Luzi: Was sollte denn die Nummer?

Timo: Das war schon lange mal nötig, dass dem Angeber jemand seine Grenzen zeigt.

Ben: Ward ihr nicht mal Kumpel?

Timo: Ja, das war bevor ...

Luzi: Bevor was? Sprich ruhig weiter!

Timo: Wenn jemand einem wirklich was bedeutet, dann will man den nicht verlieren.

Luzi: Ich bedeute dir also was?

Timo: Ja verdammt, das weißt du doch.

Luzi: Naja nicht wirklich, also ...

Timo: Naja, dann weißt du’s eben jetzt! [Timo geht auf Luzi zu.] Ich bin doch schon lange in dich verliebt. Ich war nur zu blöd, dass ich es nicht gecheckt hab. Und jetzt wo Ben .. ich will dich einfach nicht an ihn verlieren. Ich will dich nie mehr verlieren, weil ... [Timo küsst Luzi.]

[Stadtimpressionen Köln.]

[Luzis Zimmer]
[Luzi und Timo liegen zusammen im Bett.]

Luzi: Sag mal ..

Timo: Mh ..

Luzi: Das was du eben gesagt hast, dass du mich nicht verlieren willst, heißt das, sind wir jetzt zusammen?

Timo: Da hab ich vorhin ganz schon gequirltes Zeugs geredet, mh?

Luzi: Nein gar nicht. Mh, das heißt schon .. mh ... aber deswegen frag ich nicht, sondern ... sondern weil ich das noch gar nicht glauben kann.

Timo: Heißt das, du willst? Also so wirklich mit mir zusammen sein?

Luzi: Natürlich du Vollidiot!

Timo: Du bist so süß.

Luzi: Mh ... oh man, ich wach bestimmt gleich auf und es ist morgen und es regnet und es ist grau und ich hab das alles nur geträumt.

Timo: Mhh .. so gegens Wetter kann ich leider nichts machen, aber vielleicht was, dass du nicht träumst, wenn du die hier trägst. [Timo holt eine Kette aus seiner Hosentasche und schenkt diese Luzi.]

Luzi: Oh, danke schön. [Kuss zwischen Timo und Luzi.]

[Beas Wohnung]
[Bea und Michael sitzen zusammen gekuschelt auf dem Sofa.]

Michael: Wenn ich jetzt nicht gehe, dann wirst du mich nicht mehr los.

Bea: Du glaubst doch nicht, dass ich dich jetzt gehen lasse.

Michael: Naja, nachdem unser Sondereinsatzkommando hier ganze Arbeit geleistet hat .. ich hätte ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass du alleine sein willst.

Bea: Selbst wenn die nicht hier gewesen wären, würde ich dich jetzt nicht gehen lassen.

Michael: Deswegen bleibe ich auch. Sehr gerne sogar. Aber ich könnte uns kurz was zu essen holen. Was meinst du?

Bea: Mh.

Michael: Bin gleich wieder da. [Michael steht auf um was zum Essen zu besorgen.]

Bea: Beeil dich.

Michael: Ja klar. [Michael verabschiedet sich mit einem Luftkuss und geht.]
[Beas Handy klingelt. Bea geht ran.]

Bea: Hallo? Hallo? Langsam ist es genug. Wenn Sie noch einmal anrufen ...

Jens: Bea? Ich bin’s.

Bea: Wer ich?

Jens: Jens! Jens Mirbach!

Bea: Jens?